Rechtsanwältin Yvonne Mohr

Yvonne Mohr, Rechtsanwältin
Rechtsanwältin Yvonne Mohr, Foto: Knut Pflaumer

Dann fang ich mal mit Jura an …

Für Yvonne Mohr war eigentlich klar, dass sie Medizin studieren wollte. Aber zwei Wartesemester untätig zu verbringen, das kam für sie nicht in Frage. „Dann fang ich mal mit Jura an“, entschied sie sich kurzerhand – und siehe da, die Rechtswissenschaften lagen ihr und sie hat das Studium erfolgreich abgeschlossen.

Heftige Examen

Die Examen waren heftig. In Bayern muss man für das erste Staatsexamen sechs Klausuren an sechs Tagen meistern, für das zweite sogar elf Klausuren an elf Tagen. Yvonne Mohr studierte in Erlangen, wo zwar fast jeder das Studium aufnehmen könne, wo dann aber bereits vor dem ersten Examen kräftig ausgesiebt werde. Doch die angehende Juristin hat Biss, lernt bis zu 14 Stunden am Tag und besteht ihre Prüfungen. Was für sie noch lange nicht heißt, dass sie nun dem medialen Bild der Rechtsanwältin im Kostüm entsprechen möchte. Und zum Glück ist das heute ja auch gar nicht mehr nötig.

Familienrecht – die emotionale Seite der Rechtswissenschaften

Ein wichtiger Schwerpunkt von Yvonne Mohr ist bis heute das Familienrecht. Im Umgang mit den Mandanten ist viel Feingefühl nötig. Das ist ihr wichtig. Ihr Einfühlungsvermögen möchte sie nicht verlieren: „Ich möchte nicht gleichgültig werden.“ Trotzdem musste sie lernen, sich abzugrenzen und Probleme nicht mit nach Hause zu nehmen.

Verfahrensbeistand

Ihre Zusatzausbildung zum Verfahrensbeistand, der vom Gericht bestellt wird, bietet Yvonne Mohr noch mehr Möglichkeiten, ausgleichend zu agieren und die Bedürfnisse aller Beteiligten im Auge zu behalten. „Auch in jungen Jahren konnte ich schon viele Erfahrungen sammeln“, sagt die Anwältin und berichtet, dass diese Erfahrungen nicht immer angenehm sind: „Wenn es ums Geld geht, schlagen die Wellen oft hoch, die Emotionen kochen.“

Arbeitsrecht – auch eine Sache der Perspektive

Auch im Bereich Arbeitsrecht stellt Yvonne Mohr unter Beweis, dass Feingefühl und Ehrlichkeit, Problembewusstsein und Durchsetzungsfähigkeit keine Widersprüche sind. „Ich muss mich gerade hier in beide Rollen hineinversetzen können. Schließlich vertrete ich Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Das funktioniert sehr gut.“ Im Bereich Arbeitsrecht herrscht größere Klarheit als im Familienrecht, findet Yvonne Mohr. Das macht es leichter, auch mal die Perspektive wechseln zu können.